Projektleitung aus dem Wohnzimmer #LuckeExperiences

10. Juni 2021 | #LuckeExperiences

Aus dem Home-Office Tagebuch von Rafael Gorecki

Seit den Anfängen dieser Jahrhundert-Pandemie führe ich unsere Projekt-Teams überwiegend aus der Ferne. Genau genommen aus meinem Wohnzimmer in Münster. Deshalb heiße ich Sie erst einmal Herzlich Willkommen in meinem Home-Office.

Über mich:
Ich bin Rafael Gorecki, 34 Jahre alt, verheiratet, Vater von einem Kind. Als IT Consultant ist meine Kernaufgabe die Führung und Steuerung von individuellen IT Projekten. Ich bin sozusagen die Schnittstelle zwischen dem Produktmanagement und der Anwendungsentwicklung. In diesem Zusammenhang führe ich interdisziplinäre Projektteams von bis zu zehn Personen.

In den Anfängen der Corona-Krise habe ich mich immer wieder gefragt, wie meine Arbeit von zu Hause aus funktionieren kann und wie lange das dann gut geht.

Mein Arbeitgeber Lucke vermittelt Werte, mit denen ich mich stark identifizieren kann. Und das Credo ist stets, dass der Mensch im Mittelpunkt steht. Und dies war sicherlich die größte Herausforderung, wenn es darum geht, ein Team aus der Ferne zu leiten.

Ich denke, dass der bloße Gedanke an die räumliche Distanz, die nun mal faktisch existiert, viele von uns bereits herausfordert. Mir fällt auf, dass diese Distanz oft auch als unausgesprochene Ausrede im Projektalltag über uns schwebt. Einerseits kann digitale Kommunikation leichter fehlinterpretiert werden, insbesondere wenn länderübergreifend zusammengearbeitet wird. Andererseits dauern das Einspielen der Mitarbeiter aufeinander sowie die Entwicklung des Zusammengehörigkeitsgefühls über die Ferne einfach länger als bei der klassischen Face-to-Face-Kommunikation im Büro.

Und denken wir mal zurück an die typische Situation an der Kaffeemaschine, in der man Probleme von Mitarbeitenden erfuhr, welche zukünftige Entscheidungen der Führungskraft beeinflusst haben. Wenn es diese Situationen nicht mehr gibt, dann könnten Mitarbeitende ihr Problem zu lange für sich behalten und die Führungskraft erfährt es erst dann, wenn es längst zu spät ist.

Wer die Fähigkeit besitzt, Verantwortung zu übernehmen und zudem noch ein hohes Maß an Eigeninitiative in der Selbstorganisation mitbringt, besitzt das Handwerkszeug für ein erfolgreiches Home-Office. Andere Mitarbeitende in Projekten, denen man ihre Aufgaben auf einem Silbertablett schmackhaft machen musste, haben es heute besonders schwer.

Das soziale Handeln hat zwischen der Führungskraft und dem Teammitglied in meinen Augen wenig damit zu tun, wie nah oder fern man sich räumlich voneinander befindet. Digitale und anwenderfreundliche Kollaborationsmöglichkeiten sorgen sogar dafür, dass sich eine Zusammenarbeit mittels digitaler Tools oftmals effizienter gestalten lässt als bei den üblichen analogen Meetings am Flipchart im Büro. Neben einer hohen Medienkompetenz spielt Methodenkompetenz eine ebenso wichtige Rolle. Denn agile Projektmanagementmethoden helfen uns dabei, eine gemeinsame Zielvorstellung zu entwickeln und Verbindlichkeit zu erzeugen. In Verbindung mit ihren Events schaffen wir feste Kommunikationszeiten und eine transparente Dokumentation.

Neben der Informationsebene kommt es auch darauf an, welchen Einfluss die Führungskraft durch ihre persönliche Beziehung zu den Mitarbeitern nimmt. Dabei hilft in erster Linie eine vertrauensvolle Beziehung. Diese war auch schon vor der aktuellen Situation nicht über Nacht erzwingbar und sollte insbesondere heutzutage nicht vernachlässigt werden. Gerade aus der Ferne sollte ergebnisorientiert geführt werden. Wer der Meinung ist, sein Kontrollbedürfnis dabei weiter auszubauen, erreicht wohlmöglich das Gegenteil.

Ich empfehle, regelmäßiges Feedback von den Mitarbeitern einzuholen, Kaffeepausen digital stattfinden zu lassen und sich selbst in seiner eigenen digitalen Kommunikation stetig zu reflektieren. Dabei achte ich sehr auf mehrdeutige Begriffe oder mögliche Reizwörter. Immer mit dem Gedanken, dass ich meine situationsbedingte Mimik oder Gestik nicht einfach als Anhang meiner E-Mail mitschicken kann.

Und je besser mein eigener Alltag zu Hause organisiert ist, um so entspannter reagiere ich, wenn mir mein Sohn netterweise auf wichtigen Vertragsunterlagen ein farbenfrohes Filsstift-Bild hinterlassen hat.


Ihr Ansprechpartner:

Rafael Gorecki – Manager – rafael.gorecki@lucke-edv.de

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