Coaching als Führungsmodell? #LuckeExperiences

21. Juli 2021 | #LuckeExperiences

Erfahrungen und Erkenntnisse aus einem Führungsseminar

Lesezeit ca. 3 Minuten


Coaching – was genau ist das eigentlich?
Vor dieser Frage standen mein Kollege Rafael und ich, als wir im Herbst letzten Jahres von unserem Geschäftsführer Sven mitgeteilt bekamen, dass wir die Fortbildung zum Thema Coaching besuchen dürfen. Hintergrund war, dass wir ab Januar jeweils eigene Teams am Standort Münster übernehmen sollten, um die Personalverantwortung an dem gewachsenen Standort auf mehrere Schultern zu verteilen.


Zu meiner Person


Ich bin Chris, 32 Jahre alt, lebe in Wuppertal und arbeite in Münster. Als Business Analyst setze ich im Team die gesetzlichen Vorgaben der Bundesbank und der European Banking Association (EBA) im aufsichtsrechtlichen Meldewesen um. Seit Januar bin ich zudem als Führungskraft (oder Coach?) am Standort Münster für die weiteren Business Analysten der Lucke EDV verantwortlich.


Obwohl ich die Inhalte des Seminars im Vorfeld erhalten hatte, fehlte mir die Fantasie, mir den Nutzen der Themen für meinen Arbeitsalltag vorzustellen. „Bedeutung und Wirkung von Suggestion“? „Glaubenssätze und ihre Wirkung“? Das sind nur zwei von vielen Inhalten.

Nun gut, ich entschied mich, es einfach auf mich zukommen und mich von der Sinnhaftigkeit überzeugen zu lassen. Das sollte mir am ersten der insgesamt sechs Wochenenden noch nicht gelingen. Zu sehr war ich fixiert auf belastbare Ergebnisse und Werkzeuge für die Anwendung. Ein Phänomen, das wohl viele Projektmitarbeitende nachvollziehen können. Das Ziel immer vor Augen. Hintergründe und Befindlichkeiten der Akteure sind sekundär, so lange das Ergebnis stimmt. Effizienz als Maxime.

Im Nachhinein betrachtet hatte ich ziemliche große Scheuklappen auf. Den Seminarleitern ist es dennoch gelungen, mich aus meinem „Tunnel“ herauszuholen und mir einen alternativen Weg aufzuzeigen. Wurde ich etwa, ohne es zu merken an dieser Stelle bereits gecoacht?


An den weiteren Wochenenden folgte eine Mischung aus Selbsterkenntnissen, Transferleistungen und Aha-Momenten. Oft erwischte ich mich dabei, wie ich eigene Vorstellungen und Werte auch bei anderen Menschen vorausgesetzt, den eigenen Lösungsweg als den Besten für alle anderen angesehen habe und im Anschluss in höchstem Tempo von den Seminarleitern aus dem Hamsterrad rausgerissen wurde. Die Annahme, selbst immer die beste Lösung parat zu haben, ist dabei kein Zeichen von Arroganz oder Führungsstärke, es ist vielmehr die Verleugnung dessen, dass es individuell verschiedene Lösungen für das dasselbe Problem geben kann. Und was die beste Lösung ist, entscheidet nicht der Coach, sondern jeder für sich selbst. Der Weg dorthin ist nicht immer einfach, da der Coachee die Herausforderungen entweder nicht präzise benennen kann oder die Ursache des Problems noch gar nicht erkannt hat.

In den letzten Wochen haben wir für diesen Zweck Werkzeuge an die Hand bekommen, die dabei helfen Transparenz in Vorgänge und soziale Gebilde zu bringen, um Konflikte bzw. Probleme zu erkennen. Die Lösung erscheint nach Bekanntwerden des Problems oftmals sehr simpel. Wenn Coach und Coachee dieses Gefühl haben, dann hat das Coaching gefruchtet.

Die Quintessenz daraus ist, dass ich dem Coachee lediglich sinnvolle Anreize geben kann. Die Lösung findet er im Anschluss selbstständig. Der große Vorteil dabei ist, dass der Coachee sich mit dem eigenen Lösungsweg identifizieren kann. Dadurch ist der eingeschlagene Weg verbindlicher als wenn dieser von der Führungskraft vorgegeben wird.


Auch für das Arbeiten in Gruppen kann ein Coaching zu höherer Effizienz und besseren Ergebnissen führen. Wer hatte nicht bereits das Gefühl, dass die Gruppenarbeit einfach nicht vorangeht oder das Team zu inhomogen ist um zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen? Ich kann Sie an dieser Stelle beruhigen. Dieses Gefühl ist nicht die Ausnahme, es ist die Regel. Coaching kann dabei helfen, die verschiedenen Charaktere in einer Gruppe nicht als Hindernis, sondern als Chance zu betrachten.


So gesehen ist Coaching eine Anleitung zur Selbstständigkeit und zur Übernahme der Verantwortung für sich selbst. Dabei hilft es, den Vorgang bzw. die sozialen Zusammenhänge transparent zu machen. Die moderne Führungskraft ist nicht der allwissende Problemlöser, sie leistet nur Hilfestellungen, die den Mitarbeitenden bei der Bewältigung der täglichen und nicht alltäglichen Herausforderungen unterstützen. Die Folge ist bestenfalls, dass der Coachee den Kopf frei hat und seine Aufgaben besser bewältigen kann. Dieser Effekt freut nicht nur den Mitarbeiter, sondern auch die Kunden und den Arbeitgeber.


Ihr Ansprechpartner:

Christopher Komm – Business Analyst – christopher.komm@lucke-edv.de

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